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knuddel1003

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Re: Prostitution

from knuddel1003 on 06/19/2009 08:38 PM

Der Beruf der Prostituierten ist einer der ältesten Berufe überhaupt. Es ist einfach, sich über den Straßenstrich öffentlich zu empören, und heimlich die rote Lampe an der Ausfallstraße zu suchen. Es ist auch einfach, die Prostitution als "Sündenpfuhl" zu verdammen, und dabei zu vergessen, dass Jesus es war, der die Ehebrecherin (Prostituierte?) in Schutz nahm indem er sagte, wer ohne Schuld ist werfe den ersten Stein! Es ist auch einfach, wenn die Kirchen von den Kanzeln herab gegen die Prostituierten wettern, es aber ein offenes Geheimnis war, dass sich Fürstbischöfe Häuser für ihre Konkubinen auf ihrem Schlossgelände bauen ließen.
Sexualität dient zunächst einmal der Fortpflanzung. Sexualität ist aber auch etwas Wunderschönes in der Beziehung zweier Menschen, was diese Beziehung mit Leben erfüllt. Sexualität ist aber auch ein Bedürfnis, das nach Erfüllung strebt - und Sexualität ist auch ein "Wirtschaftsgut", das nicht nur bei den Menschen gehandelt wird. Wenn ein Bonomo-Männchen etwas hat, was einem Weibchen ins Auge sticht, wird es sich dem Männchen anbieten und bekommt so das Objekt seiner Begierde.
Zur medizinischen Zwangsuntersuchung: Wir sind heute alle vom AIDS-Virus bedroht, und niemand, der Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern hat, kann garantieren, nicht selbst infiziert worden zu sein. Deshalb ist meines Erachtens eine regelmäßige Untersuchung in kurzen Abständen notwendig. Dies soll keine Diskriminierung der SexarbeiterInnen sein, sondern nur ihrem eigenen und dem Schutz ihrer Freier dienen. Eine Alternative wäre (nicht ernst gemeint), dass jeder Freier eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Gesundheitsamts vorlegt, die nicht älter ist als 48 Stunden....
Man sollte diesem Berufsstand, anstatt ihn zu diskriminieren, einen Platz im öffentlichen Leben einräumen, moralische Vorurteile durch Gespräche, Aufklärung abbauen. Natürlich muss Rücksicht genommen werden auf das moralische Empfinden gewisser Teile der Bevölkerung, aber wenn die Kommunen dem Straßenstrich Bereiche zuweisen, wo keine Kinder gefährdet sind, wo sich der Passant nicht belästigt fühlt durch erotische Anblicke, wo anderseits den SexarbeiterInnen ein gewisses Maß an Sicherheit geboten werden kann und sie nicht von Polizei und Finanzbehörden bedrängt werden, könnte sich ein notwendiges Maß an Konsens einstellen.

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